Am Ende des Burgdorfer Goldrauschs gilt es nicht nur, zufrieden und mit berechtigtem Stolz zurückzuschauen; auch ein Blick nach vorne kann jetzt, wo sich der Goldstaub ein wenig gelegt hat, nicht schaden.
Zum Beispiel kann man sich für ein nächstes Stationentheater fragen, ob tatsächlich wieder so viele Vorstellungen bis spät in die Nacht hinein angesetzt werden müssen. Zumindest die letzten beiden Aufführungen wurden nicht nur bei “Gold”, sondern schon bei der “Drachenjagd” vor zwei Jahren kaum bis gar nicht genutzt. Aus vorverkaufstechnischen Gründen ist es sicher gäbig, so viele Besuchsmöglichkeiten wie möglich anbieten zu können. Für die Schauspieler und Helfer aber ist die Ungewissheit darüber, wie oft sie sich bereithalten müssen, nicht sehr befriedigend. Beim besten Willen, jeder Besuchergruppe das Optimum zu bieten, kommt den Aufführenden die Konzentration (und irgendwann auch die Freude an der Sache) früher oder später ein wenig abhanden. Drum: Lieber von Anfang an zwei Vorstellungen weniger – und dafür vier oder fünf Einsätze mit Vollgas.
Zweitens: Es ist kaum nachvollziehbar, wieso die Geschäfte und allen voran die Restaurateure in der Oberstadt nicht auf den “Gold”-Zug, der an acht Abenden direkt vor ihrer Nase durchfuhr, aufgesprungen sind. Wurden sie als potenzielle Partner zu spät oder zuwenig bearbeitet? Oder hatten sie das leicht zu verdienende Zusatzgeld einfach nicht nötig? Fakt ist: Die Beizer hätten finanziell und imagemässig einiges aus diesem Spektakel herausholen können, ohne sich gross die Finger krumm machen zu müssen. Und uns wäre am Ende das eine und andere Nötli mehr in der Kasse geblieben. Vielleicht wärs nicht schlecht, wenn sich nächstes Mal eine, naja: beizenaffine Persönlichkeit aus dem Umfeld des Theaters intensiver als bisher um diese Zielgruppe kümmern würde.
Drittens: Kommunikativ liefs zwischendurch eher suboptimal. Im Handy- und Internetzeitalter muss es doch möglich sein, alle Beteiligten auf dem selben Informationsstand zu halten.
Viertens und letztens: Mit der von Markus Zahno bewirtschafteten Website www.mystisch.ch steht den Vereinsmitgliedern und allen anderen Interessierten eine tolle Plattform zur Verfügung, auf der sie nach Lust und Laune loben und kritisieren und Ideen einbringen oder Neuigkeiten anpreisen oder auf Veranstaltungen hinweisen können. Es wäre schön, wenn diese Möglichkeit besser genutzt würde. Je mehr Leute sich auf der Site tummeln, desto interessanter wird es, immer mal wieder auf ihr vorbeizuschauen.
Johannes Hofstetter
Schauspieler und mystisch.ch-Blogger
