In Form eines kleinen Abenteuer-Spaziergangs hat Gold zum Besuch eingeladen. – Und ein kleines Abenteuer war es auch für mich. Auch wenn die Frage “Chunsch cho häufe?” beim ersten Hören eher nach Arbeit klingt als nach Vergnügen, habe ich mit Freude zugesagt. Gruppen führen? Na ja, irgendwie wird es schon gehen, ich bin ja nicht allein… Kiosk? Das sollte doch zu schaffen sein… Etwa mit dieser Einstellung ging ich an die Gold-Hauptprobe, und mit all der Neugierde und Aufregung, mit der man eben ein kleines Abenteuer beginnt.
Und fortan – wie durch Zauberhand – fielen sie mir auf, die Goldenen Plakate. Ich habe mich über jedes gefreut und – zugegeben – ich war auch ein bisschen stolz, denn ich war dabei!
Im Verlauf der ersten beiden Wochenenden, an denen ich half, kam mir im Theater Z zu Ohren, dass am Dernière-Wochenende bei der Szene 1 noch Statisten fehlten. Vielleicht könnte ich ja…? So ging meine Gold-Karriere in die Verlängerung: zwei weitere Abende und wiederum eine neue Aufgabe. Und ich habe es genossen!
Schminken, Frisieren, Kostüm… Die Verwandlung von einer normalen Gymnasiastin in eine brave Kirchgängerin aus dem 19. Jahrhundert. In diesem Ausmass neu für mich, ein bisschen abenteuerlich eben. Als Abschluss meiner Karriere war ich an der Dernière als “ganz normale” Besucherin dabei.
Gold ist für mich tatsächlich ein Schatz: eine herrlich abwechslungsreiche Sammlung neuer Erfahrungen. Und was bleibt sonst noch? Jede Menge Erinnerungen, die sich hinter Häuserecken, Gesichtern oder Sätzen verstecken und etwas von der Freude wiederbringen, die Gold bereitet hat. – Und natürlich ein kurzes Stillstehen, mit dem linken Fuss auf dem Goldenen Pflasterstein, wann immer ich am Kronenplatz vorbeikomme.
Andrea Friedli
Helferin und Gastschauspielerin
